„Roch“ – der Märchenvogel aus Tausendundeiner Nacht

Der „Roch“ ist ein Vogel aus den sagenhaften persischen Erzählungen von Tausendundeiner Nacht. Der Vogel soll größer als ein Mensch sein und sich dem Märchen nach von Elefanten ernähren. In dem Märchen soll sich Sindbad an ein Bein des Rochs gebunden haben, um von einer einsamen Insel zu entkommen.

Die US-Amerikaner haben diesen mystischen Namen nun für ein riesiges Flugzeug verwendet. Der monströse Vogel wird in der kalifornischen Mojave-Wüste entwickelt und gebaut. Chefkonstrukteur ist der erfahrene US-amerikanische Luft- und Raufahrtingenieur Elbert Leander „Burt“ Rutan, der 1943 in Portland, Oregon, geboren wurde.

Rutan, ein NASA-Veteran, arbeitete bereits an der Entwicklung des Space-Shuttle mit. Zudem war er der Entwickler des riesigen Transportflugzeuges „White Knight Two“, das 2008 seinen Erstflug hatte. White Knight Two wurde als Trägerflugzeugtyp entwickelt und soll das Raumflugzeug Space Ship Two auf eine Höhe von etwa 15 Kilometern transportieren, bevor dieses dort ausgeklinkt wird und mit Raketenantrieb einen suborbitalen Weltraumflug unternimmt.

White Knight Two ist ein sogenanntes Doppelrumpfflugzeug. An diese Konstruktion angelehnt wird nun der Roch gebaut, jedoch noch viel gewaltiger. Hat der White Knight eine Flügelspannweite von 42,67 m und eine Länge von 23,77 m, so weißt der Roch eine Flügelspannweite von sagenhaften 117 m auf, bei einer Länge von 65 m.

Im Jahr 2011 hatte Microsoft-Mitgründer Paul Allen die Vision Raumflug-Dienstleistungen anzubieten. Er gründete zu diesem Zweck zusammen mit Scaled-Composite-Gründer Burt Rutan die Stratolaunch Systems mit Sitz in Huntsville, Alabama. Entwickelt und gebaut wird der Mega-Vogel in Zusammenarbeit mit der NASA.

Die zwei Rümpfe des Rochs sind durch eine mächtige Tragfläche verbunden, der dadurch wie ein Katamaran der Lüfte wirkt. Das Flugzeug verfügt über insgesamt 6 große Mantelstrom-Triebwerke, drei davon rechts und drei links an den Außenseiten der Tragflächen. Durch diese Bauweise ist es möglich, zwischen den beiden Rümpfen große Lasten aufzunehmen und zu transportieren. Wie es heißt, wurde das Cockpit von der Boeing 747 übernommen. Der Roch verfügt über ein Fahrwerk mit 28 Rädern und die gesamte Flugzeugzelle wird größtenteils aus Kohlefaser-Verbundmaterial gefertigt.

Der Monster-Vogel „Roch“, in der Größe eines Fußballfeldes, soll zukünftig Satelliten-Trägerraketen in etwa 11 km Höhe transportieren und diese dort ausklinken. Mit dem eigenen Raketen- Triebwerk sollen die Satelliten dann den Erdorbit erreichen.

Neu ist diese Idee nicht: Bereits seit den 1970er Jahren wird über solche Lösungen nachgedacht und es gab auch bereits erste Entwicklungen und Tests, die jedoch alle nicht erfolgreich waren. Hintergrund dieser Bestrebungen, insbesondere in den USA und in Russland, ist der Umstand, dass es kaum möglich ist, von bekannten Raketenstartplätzen aus unbeobachtet Starts durchzuführen.

Denkbar, und wohl auch in die Planungen und Entwicklungen einbezogen, wäre wohl auch der Transport der neuen Kleinraumfähre „Dream Chaser“. Das ist ein in der Entwicklung befindlicher kleiner Raumgleiter, der von dem US-Unternehmen Sierra Nevada Corp. mit finanzieller Unterstützung der NASA und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt entwickelt wird.

Der genaue Starttermin des Roch ist geheim, jedoch ist er für das Jahr 2018 geplant.

Wieviel sollte man am Tag trinken?

Seit langer Zeit wird uns eingeredet, um gesund zu bleiben muss der erwachsene Mensch mindestens 2,5 Liter pro Tag trinken. Eine ähnliche Gesundheitsempfehlung wie zuvor einmal die Aussage viel Spinat zu essen, um Vitamin- und Eisenmangel auszugleichen. Jedoch beruhte die Spinatempfehlung allein auf einem Rechenfehler. Die Trinkempfehlung hingegen ist wohl auf Einfluss der Getränke- und Wasserindustrie auf uns gekommen.

Das empfohlene Gewicht eines Menschen, dessen täglicher Nährstoffbedarf und auch sein täglicher Flüssigkeitsbedarf, sind entscheidend von der Körpergröße und auch vom Alter sowie dem Tätigkeitsprofil abhängig. Schlicht gesagt, ein dreißigjähriger Mann von zwei Metern mit einem Gewicht von 100 Kg, der auf dem Bau arbeitet, hat einen anderen Flüssigkeitsbedarf als ein 1,60 Meter große Frau von 60 Jahren, die ihren Tag im Büro verbringt.

Doch wieviel sollte man trinken? Zuwenig ist gesundheitsgefährdend, jedoch zu viel wohl auch. Lange Zeit galt pauschal die 2,5 l Regel. Gemeint war damit allerdings nie das Trinken von dieser Flüssigkeitsmenge, den durchschnittlich 1 l wird allein schon durch die Nahrung aufgenommen. Heute wird vielfach eine Menge von etwa 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeitsaufnahme propagiert. Doch auch diese Menge ist stark umstritten.

Wie bei fast allen Ernährungs- und Gesundheitsempfehlungen ist auch hier eine Pauschalisierung fehl am Platz. Zahlreiche Faktoren spielen eine Rolle: Alter, Körpergewicht, berufliche Tätigkeit und vieles mehr. Menschen, die zu verstärktem Schwitzen neigen, weisen einen höheren Flüssigkeitsverlust auf als solche, die wenig schwitzen. Zudem ist eine kontinuierliche Flüssigkeitsaufnahme erforderlich, das schnelle Zuführen größerer Mengen hilft nicht spontan beim Mangelausgleich.

Keine einfache Sache also. Richtig ist, Wasser ist lebensnotwendig zur Versorgung des menschlichen Körpers mit Sauerstoff und Nährstoffen. Zuwenig Flüssigkeit bringt diese Versorgung zum Stocken. Unser Körper besteht zu circa 60 Prozent aus Wasser, unser Gehirn sogar zu rund 80 Prozent. Durch Ausscheidungen und über die Haut geht bei einem Menschen täglich Flüssigkeit verloren, jedoch muss der Körper nicht mehr Wasser aufnehmen, wie er täglich verliert. Die ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist nicht nur unersetzlich für Gehirn, Schleimhäute, Verdauung, Nieren und Haut sowie alle weiteren inneren Organe, auch funktionsfähige Bandscheiben sind darauf angewiesen.

Ernährungsexperten und Gesundheitsberater begrüßen in der Regel eine hohe Flüssigkeitsaufnahme. Und natürlich forciert auch die Wasser- und Getränkewirtschaft diesen Trend, ist er doch ein riesiges Geschäft: Nahrungsergänzungsmittel lassen grüßen.

Lange Zeit wurden auch nur Wasser sowie zuckerarme Getränke in die Trinkmenge eingerechnet. Heute werden Kaffee, Tee, Limonaden und sogar einige leichtalkoholische Getränke in die Bilanz einbezogen. Beim Vollbier scheiden sich die Geister: Zwar besteht Bier im Wesentlichen aus Wasser, der enthaltene Alkohol sowie die Nährstoffe macht es dennoch ungeeignet um den Flüssigkeitsbedarf auszugleichen.

Fachmediziner gehen heute von einem Minimum von einem Liter Flüssigkeit am Tag aus. Der menschliche Körper vermag zwar erheblich mehr Flüssigkeit zu verarbeiten – bis zu 10 l am Tag soll die Menge bei gesunden Menschen betragen – jedoch sollte man davon Abstand nehmen. Wenn eine solche Menge zu schnell getrunken wird, kommen die Nieren mit der Verarbeitung nicht mehr nach und es besteht die Gefahr von Gehirnschwellungen, die sogar zum Koma führen können.

Auch gehen die Mediziner davon aus, dass zu große tägliche Flüssigkeitsmengen eher schädlich als gesundheitsfördernd sind.

Der Internist, Nephrologe und Hypertensiologe Prof. Dr. Jan Galle sagt sogar:

Man muss nur soviel Trinken, wie man Durst hat! Das trifft jedoch nur auf weitgehend gesunde Menschen zu. Dennoch: 2,5 Liter Flüssigkeit müssen sie sich also nicht täglich trinken um gesund zu bleiben.

Glyphosat, andere Pflanzenschutzmittel und eine Idee

Riesige Aufregung: Der geschäftsführende Landwirtschaftsminister Christian Schmidt von der CSU hat in Brüssel, gegen den Willen der SPD-Umweltministerin, dafür gestimmt, die Zulassung für das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat für fünf Jahre zu verlängern. Dieser Alleingang hat die SPD schwer verstimmt und die Kanzlerin in Schwierigkeiten gebracht.

Entsprechend vereinbarter Absprachen hätte er sich in diesem Fall der Stimme enthalten müssen, heißt es aus der SPD und auch aus Regierungskreisen. Vereinbarungen sollte man einhalten: keine Frage. Was jedoch hätte das an der Situation geändert? Rein gar nichts, was mich zu der Frage veranlasst warum soviel Wind um fast nichts gemacht wird? Nur des Prinzips wegen? Doch seit wann gelten in der Politik noch Prinzipien? Man muss es ganz eindeutig formulieren: Glyphosat wäre auch bei einer deutschen Enthaltung für weitere 5 Jahre von der EU genehmigt worden.

Das Problem liegt ganz wo anders, doch kein Politiker hat dazu Lösungsvorschläge. Die in der Landwirtschaft eingesetzten Pestizide, Insektizide und Herbizide gefährden unsere Gesundheit. Zudem belasten sie mit ihren, der Natur fremden Bestandteilen, die Böden, das Grundwasser und die Flora und Fauna.

Pflanzenschutzmittel haben eine lange Tradition. Bereits in der Antike wurde über sie berichtet. In der Neuzeit entdeckten Forscher dann pflanzliche Wirkstoffe, die gegen sogenannte Schädlinge eingesetzt werden konnten.

Mit der einsetzenden Industrialisierung kam zunehmend die Chemie zum Einsatz. Damit begann ein Teufelskreis: immer mehr schwerabbaubare, gesundheitsschädigende und auch giftige Chemikalien kamen und kommen zum Einsatz.

Pflanzenschutzmittel – PSM – dürfen erst dann eingesetzt werden, wenn sie ein langwieriges Zulassungsverfahren bestanden haben. Dennoch sind die Nebenwirkungen vieler Chemikalien, die zum Einsatz kommen, wenig bekannt. Noch weniger wissen wir über Langzeitwirkungen sowie viele weitere Wirkmechanismen. Ein Problem beim Pflanzenschutz ist die Gefahr von Resistenzbildungen bei Insekten, Unkräutern und Pilzen gegenüber einzelnen Wirkstoffen. Diese können entstehen, wenn wiederholt identische Wirkstoffe angewendet werden.



Derzeit ist zudem ein Insektensterben in aller Munde. Der NABU schreibt dazu: „27 Jahre wurden Schutzgebiete untersucht – die Ergebnisse sind erschreckend: Mehr als 75 Prozent weniger Biomasse bei Fluginsekten. Es stellt sich nicht mehr die Frage, ob die Insektenwelt in Schwierigkeiten steckt, sondern wie das Insektensterben zu stoppen ist.“ Wie bei allen komplexen Naturereignissen sind auch deren Ursachen sehr vielschichtig. Als ein potentieller Einflussfaktor wird auch der PSM-Einsatz angesehen.

Alles in der Natur hat seinen Platz und seinen Zweck; nichts ist ohne Einfluss auf das gesamte Ökosystem. Wenn wir so das Problem betrachten, so wird uns klar, dass jeder Eingriff in die Natur – auch der gutgemeinteste – Folgen hat, die wir jedoch zum Teil nicht abschätzen können.

Immer wieder kommen Pflanzenschutzmittel auf den Markt, die im Nachhinein als umwelt- oder gesundheitsschädigend eingestuft oder verdächtigt werden. Zum Teil werden diese Mittel dann vom Markt genommen und neue folgen nach, deren Nebenwirkungen jedoch ebenfalls nicht abzuschätzen sind. Ein Teufelskreis und keine Aussicht auf Besserung.

Das Problem liegt jedoch auf einer anderen Ebene. Unsere Preise für Lebensmittel sind enorm niedrig. Hat der Deutsche 1850 noch 61 Prozent seiner Konsumausgaben für Lebensmittel getätigt, so waren es 1950 nur noch 44 Prozent, 1980 nur noch 20 Prozent und 2016 sogar nur noch 13,7 Prozent dieser Ausgaben.

Viele der Bauern kämpfen daher um ihre Existenz. Sie müssen umfangreiche gesetzliche Regeln einhalten, müssen die Steuer- und Abgabenlast bewältigen und haben zudem häufig hohe Kredite zu tilgen. Es kann wohl mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass Bauern – die von der Natur leben – kein Interesse an deren Zerstörung haben. Sie sind jedoch gezwungen Pflanzenschutzmittel einzusetzen, um gute Ernten einzufahren und damit ihre Existenz zu sichern.

Was kann man jedoch gegen diese Situation tun? Glyphosat beispielsweise zu verbieten und kurz darauf ein anderes Pflanzenschutzmittel zulassen, dass vielleicht noch mehr Risiken birgt, ist wohl keine wirklich nachhaltige Lösung.

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Ich habe da jedoch eine Idee: Wenn wir alle bei landwirtschaftlichen Produkten unbedingt sparen müssen, so könnten wir dennoch eine Abgabe leisten, die den Landwirten bei Ernteausfällen, Tierseuchen und ähnlichem finanziell hilft. Es könnte ein Verbot aller Pflanzenschutzmittel erlassen werden, die nicht nachweislich für Mensch und Natur unbedenklich sind. Im Gegenzug könnte eine Abgabe oder Steuer auf alle landwirtschaftlichen Produkte erhoben werden – z.B. von 5% des Kaufpreises – die wie die Umsatzsteuer zentral eingezogen wird. Die Steuer sollte auf ein Zweckkonto eingezahlt werden. Dann werden vom Staat Expertenkommissionen gegründet. An diese können sich landwirtschaftliche Betriebe wenden, die durch „Schädlingsbefall“ oder andere naturnahe Ereignisse Ernteeinbußen oder Ernteausfälle hinnehmen müssen. Die Expertenkommission bewertet den Antrag fachmännisch sowie schnell und unbürokratisch und veranlasst entsprechende Ausgleichszahlungen, die von dem Zweckkonto getätigt werden.

So könnten die landwirtschaftlichen Betriebe auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten und dennoch in eine gesicherte Zukunft blicken. Wir alle – die Verbraucher – würden mit einem keinen Beitrag für wesentlich mehr Umwelt- und Naturschutz sorgen, qualitativ hochwertigere landwirtschaftliche Produkte erhalten und zudem unsere Landwirte in ihrer unverzichtbaren Arbeit unterstützen. Wäre das nicht eine diskussionswürdige Idee zum Nutzen aller?