Den Durchblick behalten mit piqd, dem Expertenmagazin

Knapp 1 ½ Jahre ist mein Blog nun alt. Ich schreibe über Themen wie Wissenschaft, Technik, Politik, Geschichte und Gesellschaft, über Themen also von denen ich von meiner beruflichen Laufbahn und meiner akademischen Ausbildung her etwas verstehe oder meine etwas zu verstehen. Denn keiner ist vollkommen, keine hat immer Recht, keiner hat den Stein der Weisen gefunden. Ich schreibe sehr faktenorientiert – so wie es sich für einen Ingenieur gehört – dennoch fließen auch persönliche Einstellungen und Auffassungen mit ein: Wie sollte es auch anders sein. Meine Blog-Beiträge können daher nicht neutral sein, denn ich habe eine eigene Meinung, eine zu der ich stehe und die ich auch in meinen Publikationen vertrete.
Wenn meine Leser – und das sind immerhin über 5 000 Abonnenten und etwa 7 000 Besucher pro Tag, die etwa 10 000 Seiten am Tag lesen – sich auf meine Beiträge einlassen, so lassen sie sich auch auf meine Meinung, meine politische Einstellung und meine Ideologie ein, ob sie wollen oder nicht. Wem meine Sicht der Dinge nicht gefällt, der wird meinen Blog meiden, ihn nicht wieder besuchen und ihn wohl auch nicht weiterempfehlen.
Die Medien stehen in unserer Zeit stark in der Kritik: Von Lügenpresse wird allerorts geredet. Als langjähriger Journalist, Publizist, Buchautor, Herausgeber und Verleger möchte ich diese Pauschalisierung strikt ablehnen. Natürlich sind die Medien geprägt von persönlichen Meinungen und politischen und/oder religiösen Einstellungen. Und jede Zeile, die geschrieben wird, jedes Foto, jede Filmsequenz, jede Tonsequenz, jeder Grafik sind menschengemacht. Und Menschen haben vielfältige Auffassungen vom Leben, verschiedene politische Einstellungen und unterschiedliche Religionen, die in ihre Medienbeiträge einfließen. Und jede Meinung, die von unseren Gesetzen gedeckt wird, ist nicht nur legal, sie ist auch legitim und zu akzeptieren. Das ist ein Grundsatz unserer Demokratie!
Leider informieren sich viele Zeitgenossen sehr einseitig. Diese werden dann zunehmend ihrem Informationsmedium in gewisser Weise hörig. Sie vertrauen ihm und schließen sich in ihrer Gesamtideologie diesem an, ohne zu hinterfragen. Unsere moderne Informationsgesellschaft bietet eine unendliche Informationsfülle. Die Aufgabe des Nutzers ist es, sich in dieser Fülle von Informationen der Wahrheit möglichst stark zu nähern. Jedem muss klar sein, wenn ein Medium einem bestimmten gesellschaftlichen Spektrum zuzuordnen ist, weil z.B. seine Besitzer diesem Spektrum angehören, dann ist eine Information auch in dieses Spektrum einzuordnen und von diesem geprägt. Unsere Aufgabe ist es demzufolge, uns unideologisch und freidenkend zu informieren. Das wird uns nicht immer gelingen, denn oftmals ist ein Wunsch Vater von Gedanken. Jedoch sollten wir uns diesbezüglich bemühen und dennoch unseren eigenen Standpunkt nicht verleugnen und zudem die Meinungsvielfalt akzeptieren. Das ist sicherlich oftmals nicht ganz einfach, denn auch die Verfasser von Medienbeiträgen haben nicht immer Recht. Mitunter beugen sie auch die Wahrheit ganz einfach im Interesse ihrer Ideologie.
Daher: die Bezeichnung Lügenpresse ist Diffamierung, die ideologische Prägung von Medien hingegen die Normalität.
Nun ist piqd angetreten, um eine unabhängige Netzzeitschrift zu betreiben und das Medienwirrwarr etwas zu ordnen. Ihr Kredo lautet: „piqd: Kluge Köpfe empfehlen die besten Inhalte im Netz“. Die Macher wollen zu einer informierten Öffentlichkeit im Netz beitragen. Dazu haben sie die Netz-Zeitung neu gedacht. Sie haben 18 Themenkanäle angelegt, die von einer ausgewählten Redaktion von Fachjournalisten, Wissenschaftlern und anderen Experten betreut werden. Die Beiträge zu diesen Themenkanälen stammen dabei nicht aus der Feder der piqd-Redaktion, sondern sie werden nur im Netz ausgewählt, empfohlen und kommentiert. Zudem können und sollen die Mitglieder, für die ja piqd gemacht wird, die ausgewählten Beiträge diskutieren. Im Mittelpunkt aller piqd-Aktivitäten steht immer die Frage: Warum ist diese Empfehlung die Zeit der Leser wert.
Also ganz einfach mal reinschauen, unter https://www.piqd.de/?utm_source=blog&utm_medium=beitrag&utm_campaign=trusted-blogs – es lohnt sich.
Dennoch hege ich die Hoffnung, dass Ihr auch meinem Blog treu bleibt?!

Das Raubgold der Nationalsozialisten Teil 4

Um Ihnen einen Eindruck zu verschaffen, wie es in diesen letzten Kriegstagen zuging und wie einfach es war sich persönlich zu bereichern, möchte ich im Folgenden über eine wahre Begebenheit berichten. Es ging in dieser Geschichte nicht um Nazi-Gold, jedoch schon um viel Nazi-Geld.
Die Begebenheit wurde von Dr. Dietrich Wilde (1909-1986) in seinem Buch „In jenen Jahren“ aufgeschrieben. Das Buch stellt eine Dokumentation der Ereignisse 1945 in der Harzregion um Quedlinburg, sowie der Folgejahre in Sachsen-Anhalt dar. Der Autor war Strafverteidiger im 3. Reich und wurde zum Kriegsende als Bürgermeister der Kleinstadt Gernrode eingesetzt. Danach war er Richter und Gerichtsdirektor in Quedlinburg, Magdeburg und Halle, bis er 1948 in den Westen flüchtete. Danach war er bis zu seiner Pensionierung 1972 für 24 Jahre Stadtdirektor von Peine sowie längere Zeit Vizepräsident des Deutschen Städtetages. Sein Buch „In jenen Jahren“ erschien 1975 und war in den alten Bundesländern recht erfolgreich. Ich habe 2014 die Rechte an dem Buch erworben und es neu herausgegeben
„Ein Kriegsgewinnler:
In den letzten Kriegsmonaten hatte der Oberstabsindendant Breitenberg, aus dem Zahlmeisterstande bei der Reichswehr in der Wehrmacht zum Verwaltungsleiter einer militärischen Ausbildungsstätte in Berlin befördert, seine Dienststelle aus der Reichshauptstadt in weniger gefährdete Landstriche zu evakuieren. Die Rekruten seiner Dienststelle waren ohnehin teils schon an die Front geschickt, teils in mehrere Studentenkompanien in kleinere Universitätsstädte verlegt worden. Die Tätigkeit des Herrn Oberstabsintendanten und seiner wenigen Mitarbeiter, lediglich Unteroffizier und Gefreite, war damit fast auf Null gesunken, aber wie bei so vielen Wehrmachtsdienststellen existierte die Bürokratie mit ihren Akten, Registraturen, Papieren und Stempeln bis zum Ende an mancherlei Evakuierungsorten weiter, ohne dass irgendjemand zu sagen gewusst hätte, was für Aufgaben noch zu erledigen waren. Breitenberg, dessen Ernährungszustand Kraft seiner besonderen Begabung für Kungelgeschäfte bemerkenswert erfreulich war, hatte durch das Heimatdorf Stecklenberg, unterhalb der Ruine der Lauenburg am Ostharzrand, eine nützliche Verbindung zu den Parteigewaltigen dieser, im Windschatten des Krieges liegenden Region, die dem Bombenkrieg nur aus den Kondensstreifen der nach Osten fliegenden Pulks kannte. In diesen friedlichen Regionen schlug Breitenberg im Januar 1945 sein Quartier in mehreren Räumen der NS-Gaufrauenschule in der „Semmelvilla“ des alten Fräulein Lake in Gernrode auf. Die Schule hatte ihre Ausbildungsstätte zum Jahresende 1944 geschlossen und die noch restlichen BDM-Schülerinnen als Dienstverpflichtete in Rüstungsbetriebe geschickt.

Blick nach Stecklenberg
Blick nach Stecklenberg

Als ich am 1. Mai 1945 mein Bürgermeisteramt in Gernrode/Harz angetreten hatte, zählten Breitenberg und seine Frau zu meinen ersten Besuchern. Ich kannte beide von früheren Aufenthalten in Stecklenberg, wo Frau Breitenbergs Eltern eine große Kirschplantage und ausgedehnte Äcker besaßen, die Frau Breitenberg inzwischen geerbt hatte. Er trug natürlich Zivil und erzählte, dass er der Kriegsgefangenschaft entgangen sein, weil er sich im Hause seiner Frau in Stecklenberg habe verstecken können. Sein Besuch galt der Bitte, den großen parkähnlichen Garten der Semmelvilla, in der der amerikanische Stadtkommandant inzwischen seine Residenz eingerichtet hatte, zwecks Ausgrabung von mehreren dort versteckten Vorräten betreten zu dürfen. Er habe da allerhand Lebensmittel, Konserven, Reiskisten und Spaghetti-Behälter, aber auch Weine und Spirituosen versteckt. Er bot mir eine Erfolgsbeteiligung an, wenn ich ihm zu seiner Kriegsreserve verhelfen könne. Ich lehnte das rundweg ab, schon weil ich die versteckten Waren sofort hätte beschlagnahmen müssen, aber auch, weil das Grundstück Tag und Nacht von G.I.s bewacht wurde.
Ich warnte Breitenberg, eigenmächtig vorzugehen, die Amerikaner würden ihn ohne Zweifel sofort verhaften und vor ein Kriegsgericht stellen. Wie ich später erfuhr, hat er meinen Rat jedoch nicht beachtet. Er hatte gehört, dass die Grundstückseigentümerin, Fräulein Lake, die Erlaubnis erhalten hatte, ihr Grundstück zu Arbeiten im Gemüsegarten stundenweise zu betreten, und er machte sich auf Grund des Versprechens erheblicher Beteiligung an der Beute, mit Erfolg an sie heran. Er gewann sie, die Vorräte nach und nach auszugraben und die Sachen in ihren Kleidern und Körben herauszuschaffen. Breitenberg gab ihr einen Lageplan und Fräulein Lake grub und grub. Bald stieß sie auf das Versteck, weil sich die Erde sehr leicht heraushob. Ihr und sein Erstaunen waren jedoch grenzenlos, als sie nichts mehr vorfanden. Breitenbergs Hilfspersonal, das bei nahendem Kriegsende unter seiner Aufsicht die Proviantkisten vergraben hatte, war schneller gewesen und hatte sich, bevor es sich vor dem Einmarsch der Amerikaner in alle Winde zerstreute, selbst bedient.




Aber ein anderer sehr lukrativer Streich war ihm doch geglückt. Aus seiner Berliner Dienstzeit wusste er, dass der Sold für die Wehrmachtsangehörigen von den einzelnen Reichsbankfilialen an die Zahlmeister ausgezahlt wurde. So hatte er sich zwei Tage vor dem Einrücken der Amerikaner per Fahrrad, in voller Uniform, in die zuständige Reichbankfiliale nach Quedlinburg begeben und es verstanden, sich dem dortigen Filialleiter, der sich schon in Untergangspanik befand, einige hunderttausend Reichsmark unter dem Vorwand aushändigen zu lassen, den Sold an einige hundert Lazarettinsassen in Gernrode und Suderode angeblich im Voraus zu zahlen; schließlich sei es besser, dass bei der Reichsbank lagernde Geld den Verwundeten zuzuführen, als es vom einrückenden Feind beschlagnahmen zu lassen. Das war einleuchtend und so trat der Oberstabsintendant (Anm. des Autors: Rang im Verwaltungsdienst der Wehrmacht, gleichzusetzen mit dem Rang eines Majors bei der Truppe) mit einem Rucksack, voll mit einigen hunderttausend Reichsmark kräftig in die Pedale heimwärts gen Stecklenberg. Leider war er nicht mehr dazu gekommen, den Sold auch auszuzahlen, inzwischen hatten Vorauseinheiten der Amerikaner die Harzränder längst besetzt. Die Banken waren alle geschlossen und die Konten gesperrt worden.
Aber wer genügend Bargeld besaß, hatte noch immer das Lachen. Und das besaß in diesen Wochen des totalen Chaos allein der ehemalige Oberstabsindendant – so viel, dass er sich schon im frühen Sommer 1945 zum Erstaunen aller Dorfbewohner eine Villa in Stecklenberg bauen konnte. Kurz nach der Fertigstellung der neuen Villa wechselte aber die Besatzungsmacht und unter den Russen wurde Breitenberg der Boden zu heiß. Er verkaufte die Villa zu einem Bruchteil ihres Wertes und zog sich nach Berlin zurück, wo im Westteil der Stadt inzwischen die die Westalliierten die Russen abgelöst hatten. Bis zu seinem Tode, gut zwanzig Jahre später, verzehrte er hier in Ruhe seine Pension und den ergaunerten und unterschlagenen Wehrmachtssold, wobei er öffentlich häufig darüber räsonierte, dass der Russe ihn um sein bisschen Hab und Gut gebracht hatte.“
Von solchen NS- und Wehrmachtsangehörigen, die in den Letzten Tagen noch ihr Scherflein ins Trockene brachten, gab es eine ganze Menge. Und nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes interessierte sich keiner mehr dafür, sofern diejenigen sich keiner NS-Verbrechen schuldig gemacht hatten. Das war übrigens auch nach dem Zusammenbruch der DDR nicht anders!
Demnächst: Wie führende Nazis Gold und Geld für persönliche Zwecke ins Ausland schafften um nach dem Krieg davon in Wohlstand zu leben.

Das Raubgold der Nationalsozialisten Teil 3

Am 20. November 1940 hatte sich Ungarn, gefolgt von Rumänien und der Slowakei, dem starken deutschen Druck gebeugt und war dem Dreimächtepakt, der zwischen dem Deutschen Reich, Italien und Japan geschlossen worden war, beigetreten. Einerseits wollte Ungarn sich zwar nicht vollständig von Deutschland abhängig machen, andererseits hatte es jedoch territoriale Ansprüche in Richtung Balken – die Rückgewinnung Großungarns – die sich nur mit Hilfe von Deutschland und Italien erfüllen ließen.
In der Folge kämpfte Ungarn an der Seite des Deutschen Reiches – so auch im Russlandfeldzug. Nachdem die Ungarn aus dem Bündnis aussteigen wollten und sich den Alliierten zuwandten, wurde es von Deutschland annektiert. Am 19. März 1944 fielen aus den Räumen Belgrad, Zagreb, Wien und Krakau acht Divisionen in Ungarn ein. Die bewaffneten Kräfte Ungarns leisteten keinen Widerstand, Miklós Horthy blieb als Staatsoberhaupt im Amt. Diese Operation Margarethe war über ein halbes Jahr vorbereitet worden. Vom Tag der Besetzung an wurden die ungarischen Juden per Dekret enteignet.
Ab dem 15. Mai 1944 wurde das Sondereinsatzkommando Eichmann der SS aktiv. Von den etwa 800 000 ungarischen Juden wurden bis zum 9. Juli etwa 437 000 deportiert und fast ausnahmslos ermordet. Die Aktion wurde in großer Eile durchgeführt, denn die Rote Armee näherte sich Zusehens. Den zu diesem Zeitpunkt noch nicht deportierten Juden blieb diese Schicksal zumeist erspart, dennoch wurden sie alle ihres Besitzes beraubt.
Auf Grund der näher rückenden Rotarmisten, beschlossen die nazitreuen ungarischen Pfeilkreuzler Anfang 1945, die den Juden geraubten Wertsachen nach Deutschland zu schaffen. Im März 1945 soll an der österreichisch-ungarischen Grenze ein Güterzug mit 46 Wagons abgefahren sein: 24 dieser Wagons waren angeblich mit jüdischem Raubgut beladen. Die Ladung des gesamten Zuges soll aus Kisten voller Gold, Silber, Juwelen, Schmuck, Münzen, Bargeld, edlem Geschirr, wertvollen Gemälden, teuren Teppichen und vielen anderen Wertsachen bestanden haben. Im Tiroler Hopfgarten, nahe Kitzbühel, soll ein Angehöriger der Pfeilkreuzler viele Kisten aus dem Zug abgezweigt und per LKW abtransportiert haben: Verbleibt unbekannt. Der Zug, der „Goldzug“ genannt wurde, ist danach angeblich in Bad Gastein im Tauerntunnel versteckt worden. Am 11. Mai soll der Zug bei Böckstein im Salzburger Land die US-amerikanische Besatzungszone erreicht haben. Der Zugbegleiter László Avar übergab den Zug am 16. Mai schließlich in Werfen der US-Armee. Die Wagons wurden dann von den Amerikanern ausgeladen und die wertvolle Fracht in einer Kaserne In Salzburg eingelagert. Das verbliebene Raubgut wurde von US-Behörden auf etwa 150 Millionen damalige US-Dollar geschätzt.
Danach sollen sich US-Soldaten und -Offiziere eigenmächtig am Raubgut bedient und persönlich bereichert haben. Ein Verzeichnis vom Zuginhalt ist wohl nie erstellt worden. Ende 1945 wollte Gideon Rafael von der Jewish Agency for Israel (Israelische Einwanderungsbehörde) das Raubgut besichtigen, was ihm jedoch verwehrt wurde. Als die Agency im Jahr 1946 dann die Genehmigung erhielt das Lager zu besuchten, waren von den 24 angekommenen Wagons nur noch 16 vorhanden. Später wurde ein Teil der Gegenstände unter der Regie der UN-Flüchtlingskommission in New York bei Auktionen veräußert. Auch davon existieren keine Unterlagen, weder von den angeblich versteigerten Stücken, noch von deren Erlös und auch wo der Rest abgeblieben ist, bleibt bis heute unklar.
Über Jahrzehnte verhandelten die USA und Ungarn über eine Rückerstattung von in den USA befindlichen Gegenständen des Raubgutes nach Ungarn: ohne nennenswerten Erfolg. 1978 wurde dennoch vom US-Außenminister Cyrus Vance die ungarische Stephanskrone nach Ungarn zurückgeführt. Diese über tausend Jahre alte ungarische Königskrone aus Gold, besetzt mit wertvollen Edelsteinen, kann wohl allein auf ein paar Millionen Euro geschätzt werden.




Bill Clinton setzte dann 1998 die „Presidential Advisory Commission on Holocaust Assets in the United States“ ein, die u. a. den Verbleib der Schätze des „Goldzugs“ klären sollte. Deren Bericht brachte auf vier Seiten allerdings wenig Erhellendes. Inzwischen hatten 33 ungarische Holocaust-Überlebende Klage eingereicht. Sie erreichten im Jahr 2005 einen Vergleich: Die US-Regierung zahlte 25,5 Millionen Dollar für Sozialhilfeprojekte zugunsten ungarisch-jüdischer NS-Opfer.
Auch in Polen, im ehemaligen Schlesien, wird seit Jahrzehnten ein Goldzug der Nazis vermutet und gesucht. Karl Hanke, Gauleiter von Niederschlesien, und ein glühender Verehrer Hitlers, hatte Breslau bis aufs Blut verteidigt. Bevor die Sowjets Breslau einnehmen konnten soll er eine Lieferung mit Raubgut auf den Weg gebracht haben. Bewiesen ist diese These bis heute nicht, jedoch der Goldzug von Ungarn ist erwiesen und warum soll nicht auch einer aus Polen auf den Weg gebracht worden sein? Wie sagt man in der Kirche: Der Glaube kann Berge versetzen.
Der angebliche Gold-Zug von Wałbrzych soll von Breslau aus in Richtung Südwesten geschickt worden sein und mit 300 Tonnen Gold, Silber, Kunstwerken und Schmuck beladen gewesen sein. In der Nähe von Waldenburg, dem heutigen Wałbrzych, sei der Zug in einem unterirdischen Stollen der Gegend verschwunden, der zum Projekt Riese gehörte.
Wałbrzych befindet sich in der Woiwodschaft Niederschlesien. Nördlich der Stadt liegt das größte Schloss Schlesiens, das Schloss Książ (früher Schloss Fürstenstein). Die Nationalsozialisten errichteten während des Zweiten Weltkrieges Tunnelsysteme unterhalb des Schlosses und umliegender Berge, die zum Projekt Riese gehörten. Dieses Projekt, geleitet von Rüstungsminister Albert Speer, plante einen gewaltigen unterirdischen Stollenkomplex, der wohl Führerhauptquartier, Oberkommando von Heer und Luftwaffe, Außenministerium und SS-Reichsführung werden sollte. Endgültige und vollständige Erkenntnisse zum Projekt Riese liegen jedoch bis heute nicht vor, da die Pläne nicht mehr auffindbar sind und von den Nazis viele Zugänge gesprengt worden.
Seit 2015 wird dort nach dem Goldzug gesucht: Bisher jedoch ohne Erfolg. Sind wir gespannt auf die Zukunft, denn die Polen forschen und suchen weiter.
Demnächst eine wahre Geschichte: Wie ein Nazigröße am Kriegsende große Geldmengen beiseite geschafft hatt.