Aussterben abgesagt, oder nur verschoben?

Der Demografiebericht der Bundesregierung wurde im Februar 2017 verabschiedet und kaum jemand hat in wahrgenommen. Dabei ist er nicht ohne Bedeutung für unser Land und auch nicht ohne Brisanz. Stellt sich die Frage warum kaum Medien darüber berichtet haben, die Ausnahmen sind die Rheinische Post und die Huffingtonpost. Stattdessen sind die Leitmedien geprägt von Nebensächlichkeiten, Effekthaschereien, Schlagzeilen und halt auch von Ignoranz.
Über viele Jahre hinweg wurde uns ein starker Rückgang der Bevölkerungszahlen prognostiziert. Ein Szenarium wurde entworfen, als wenn Deutschland aussterben würde. Ein gewisser Hang zur Panikmache kann den Medien diesbezüglich nicht abgesprochen werden, zudem haben wir ethnisch Deutschen diesen wohl auch fast alle. Dabei ist es in unserer globalen Welt fast nicht möglich 10 Jahre und mehr voraus zu blicken. Was die Politik jedoch nicht davon befreien kann Lösungen für erkennbare Probleme der Zukunft zu suchen und auch zu finden.
Nun der neue Demografiebericht: Das Aussterben ist abgesagt, vorerst zumindest. Am 31. Dezember 2015 lebten 82,2 Millionen Menschen in Deutschland. Es wird auch davon ausgegangen, dass sich die Bevölkerungszahl bis 2060 nicht ins Negative verkehrt. Eher das Gegenteil könnte der Fall sein.
Die Bevölkerungszahl setzte sich 2015 aus 73,5 Millionen Deutschen sowie 8,7 Millionen Ausländern zusammen. Von den Deutschen, also den Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft, sind 17,1 Millionen mit Migrationshintergrund.
Um die Bevölkerungszahl stabil zu halten wird eine mögliche Zuwanderung bis 2060 von 12 Millionen Menschen in Betracht gezogen. Es heißt in dem Papier: „Aus bevölkerungswissenschaftlicher Sicht erscheint auch eine höhere dauerhafte Zuwanderung als von 300 000 jährlich möglich.“
Gemäß Bericht sind im Jahr 2015 2,137 Millionen Menschen zugezogen und 998 Tausend sind weggezogen. Das ergibt eine netto Zuwanderung von 1,139 Millionen Menschen. Soweit die nackten Zahlen. Nimmt man jedoch diese Zuwanderung von 2015 – von 2016 liegen noch keine Zahlen vor – und betrachten wir die derzeitige Flüchtlingslage, so scheint die Zahl von 300 000 pro Jahr illusorisch niedrig.
Zudem möchte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz nach einem Wahlsieg die bisher von der Regierungskoalition CDU/CSU/SPD getragene Aussetzung des Familiennachzugs von allen behelfsmäßig (subsidiär) Schutzbedürftigen abschaffen. Das wären nach Schätzungen allein etwa 120 000 Syrer und täglich werden es mehr. Wenn wir davon ausgehen, dass jeder anerkannte Schutzbedürftige seine Familienangehörigen nachholen könnte, so könnte man die Anzahl der Zuwanderer wohl verdreifachen. Das wäre eine Situation, die Deutschland kulturell und auch finanziell schnell überfordern würde. Wie vor kurzen bekannt wurde, sind die Kosten für die Flüchtlinge für das Jahr 2016 von den geplanten 17 Milliarden auf zirka 23 Milliarden Euro angestiegen.




Meine bisherigen Ausführungen hinterlassen vielleicht den Eindruck von Fremdenfeindlichkeit. Das ist nicht der Fall! Ich habe nur offizielle Zahlen wiedergegeben und etwas analysiert. Es gibt viele Zuwanderer, die sich sehr gut in unsere Gesellschaft integriert haben und die eine echte Bereicherung für unser Land darstellen. Es gibt jedoch auch den anderen Teil und über den müssen wir reden.
Dass die deutsche Integrationspolitik der letzten Jahrzehnte weitgehend gescheitert ist, sehen wir in diesen Tagen deutlicher als je zuvor an vielen türkischstämmigen Mitbürgern. Statt sich für unser wunderbares Land und seine Demokratie einzusetzen, lancieren sie Erdogan und sein angestrebtes autokratisches Präsidialsystem. Diese Mitbürger können sich anscheinend mit unserer Gesellschaft, unserer Kultur und Lebensform, nicht wirklich anfreunden. Was wollen wir jedoch dagegen tun, wie können wir das ändern? Auf jeden Fall nicht mit politischen Floskeln und schon gar nicht mit einer Überforderung der deutschen Bevölkerung. Es heißt in jedem zweiten Statement der Politik: Fördern und Fordern. Es herrscht jedoch bisher ein starkes Ungleichgewicht, denn es wird sehr viel gefördert und wenig gefordert. Auch ich habe kein Patentrezept zur Hand, jedoch der Demografiebericht der Bundesregierung macht mir Sorge. Gefragt sind jetzt besonders die Ausländer und die Bürger mit Migrationshintergrund, die für Deutschland stehen. Sie müssen ihre Landsleute und Glaubensbrüder und -schwestern unterstützen, ihnen jedoch auch, wenn es Not tut, die Stirn bieten.
Wir können und wollen uns als Deutschland und Teil Europas weder abschotten, noch können wir die Zeit anhalten oder zurückdrehen. Hilfebedürftige abzuweisen widerspricht zudem unserem Grundgesetz sowie den Internationalen Menschenrechtskonventionen. Dennoch müssen wir mit Maß und Verstand handeln um unsere Kultur zu bewahren. Diese ist zwar christlich geprägt, dennoch ist Religion Privatangelegenheit und prägt nicht das gesellschaftliche Leben. Diese Teilung zwischen privatem Glaube und öffentlichem Leben müssen wir auch von dem Teil unserer islamischen Bevölkerung einfordern. Gegenseitige Achtung und Wertschätzung, aber auch Toleranz – besonders in Glaubensfragen -, stellen die Grundlage für eine Integration und ein friedliches Zusammenleben dar. Wer jedoch zu uns kommt und keine Toleranz gegenüber andersgläubigen walten lassen will, sondern auf seinen Glaubensgrundsätzen beharrt und alle anderen als Ungläubige und Feinde ansieht, der kann weder Förderung noch Sympathie erwarten.

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Wenn der türkische Präsident Erdogan die in Europa lebenden Türken auffordert, ihren Einfluss in Europa in Zukunft zu stärken, indem sie nicht „drei sondern fünf Kinder machen sollen“, so spricht er das offen aus, was auch zahlreich islamistische Führer strategisch lancieren. Die Zukunft hält demnach viele Herausforderungen für Deutschland und Europa bereit, denen wir uns stellen müssen. Machen wir das human und humanistisch, jedoch auch mit Sinn und Verstand, ohne die heraufziehenden Gefahren geflissentlich zu übersehen. Und beziehen wir die Ausländer und Bürger mit Migrationshintergrund, die für unser Grundgesetz und unsere Demokratie stehen, intensiver als bisher mit ein. Und die, die unser Gemeinwesen und unsere Kultur missachten und verachten, gegen diese sollten wir engagiert und durchsetzungsstark vorgehen, diese Menschen haben keinen Anspruch auf unsere Hilfe und Solidarität. Denn wer Gastrecht missbraucht, hat sein Gastrecht verwirkt.

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